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Als Karminativa (Singular: Karminativum) bezeichnet man Medikamente, die gegen Blähungen eingesetzt werden. Blähungen entstehen, wenn sich im Darm Gase bilden, sich dort stauen und dort dann zu einer Art Muskelkrampf des Darms führen – das ist dann auch die Ursache der Schmerzen, die die Blähungen verursachen.
Die Bildung einer gewissen Gasmenge im Darm ist ganz normal. Sie entsteht durch die natürlicherweise dort angesiedelten Darmbakterien, die die Nahrung im Darm zersetzen. Meist gelangen diese Gase jedoch dann ins Blut und können sukzessive, also nach und nach über die Lunge abgeatmet werden. Ist die Gasmenge jedoch zu groß als dass dies möglich wäre, so bekommt man schmerzhafte Blähungen.
Blähungen bei Kindern: Kinderärzte Regensburg.
Wirkweise / Wirkung:
Die Wirkung der Karminativa basiert auf 2 Säulen: zum Einen darauf, dass sie das Stuhlvolumen erhöhen (entweder durch Quellmittel oder durch Wasserbeimengung) – zum Anderen darauf, dass sie die Darmmotilität, das heißt, die Peristaltik des Darms, anregen, damit sich der Darm mehr bewegt; hier haben sie gleichzeitig eine spasmolytische Wirkung auf die Darmmuskulatur, die dann schmerzhafte Verkrampfungen infolge der Dehnung durch die Gase verringert. Zusätzlich gibt es Karminativa, die gärungshemmend wirken und dadurch die Gasbildung an sich verringern (Entschäumer).
Obige Ausführungen stellen eine Zusammenschau der karminativen Wirkmechanismen dar. Die genaue Wirkweise jedes einzelnen Karminativums können sie unter den folgend aufgeführten Menüpunkten, die nach Wirkstoffen geordnet sind, entnehmen.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen / Nebenwirkungen:
Die rein physikalisch wirkenden Karminativa (also die, die nicht verstoffwechselt werden, sondern nur den Speisebrei umschließen und mit ihm den Magen-Darm-Trakt passieren) haben keine bekannten Nebenwirkungen. Bei anderen Karminativa kann es teilweise (vor allem bei pflanzlichen) zu allergischen Reaktionen kommen.
Die spasmolytischen Karminativa sollten nicht zu sorglos angewandt werden – schon gar nicht rein vorsorglich, weil sie eine Gruppe sind, die durchaus Nebenwirkungen wie Tachykardie, Mundtrockenheit, verlangsamte Verdauung verursachen können.